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Die Geschichte der Feuerwehr Nördlingen
 

Brandschutz hat in der großen Kreisstadt Nördlingen eine lange Tradition. Bereits im Jahre 1439 wurden Tumult- und Feuerordnungen erlassen, in denen Bestimmungen zum Feuerlöschwesen vom Rat der Stadt niedergeschrieben wurden. Damals heißt es: Jeder Nördlinger Bürger muss in und vor seinem Haus und Anwesen jederzeit mindestens 3 oder 4 Gefäße mit Wasser haben, besonders während der Messe oder wenn sonst Fremde in der Stadt sind, und seine Feuerstätte mit Umsicht bewahren.

Ab 1481 sollen vom Daniel zwei Türmer von der Höhe des Turmes der St. Georgskirche Feind- und Feuerwache halten. Bei Ausbruch eines Feuers sollen sie Sturm läuten und das Feuerhorn blasen und die Feuerstelle für jedermann sichtbar anzeigen.

1538 werden zusätzlich zu den Brandmeldern, welche den Oberbürgermeister der Stadt verständigen mussten, 30 Spritzen angeschafft und unter den 12 Zünften an Handwerksmeister verteilt. Diese sollen die Spritzen in Ihren Häusern einsatzbereit halten und mehrmals jährlich zusammen in ihrem Gebrauch üben.

Vor und während des 30 jährigen Krieges kam es in Nördlingen immer wieder zu größeren Bränden. Zu wurde 1647 nach Beschuß durch bayerische Truppen südlich und Westlich der Georgskirche 141 Gebäude in Schutt und Asche gelegt.

1752 erscheint die erweiterte erneuerte Feuer-Ordnung der Reichsstadt Nördlingen mit genauen Bestimmungen über die Anlage und Säuberung von Feuerstätten und Kaminen und die Aufbewahrung der Asche. Die Feuerlöschgeräte werden zunehmend zahlreicher und größer; so gibt es kleine und große Spritzen und über die Stadt verteilt 10 Feuerwagen mit Spritzen und Feuerlöschgeräten.

1803 verliert Nördlingen die Rechte einer Freien Reichsstadt. Seither gilt auch hier die Bayerische Feuerordnung.

1808: Laut Verordnung müssen bei Feueralarm alle männlichen Bürger mit Feuereimern zu Hilfe eilen, insbesondere Pferdebesitzer für den Transport und Bauhandwerker am Brandplatz der Polizei zur Verfügung stehen, die die Feuerlöscharbeiten leitet. Am 3.12.1827 wird zur Rettung von Personen und zur Sicherstellung von Sachwerten bei Brandfällen die Freiwillige Rettungskompanie gebildet, deren 100 Mann sich in 4 Rotten gliedern.

1855 wird von 23 von turnerischem Geist beseelten jungen Männern,  eine Steigerrotte im Haus des Bäckermeisters F. Weidner , Berger Straße 13 gegründet. Das erklärte Ziel ist es, sich jederzeit zum Heil der Bürgerschaft von Nördlingen einzusetzen.

1860 Die bisher an verschiedenen Stellen in der Stadt untergebrachten Löschgeräte werden zentral im Klösterle untergebracht (und bleiben dort bis zum Neubau des Gerätehauses im Jahre 1976).

Ab 1872 beauftragt das königl. bay. Bezirksamt die Nördlinger Turnerfeuerwehr im Ries Landfeuerwehren zu gründen und auszubilden. Zwei Jahre später werden Messinghelme angeschafft und seit 1879 tragen die Männer dunkle Tuchjoppen als Uniform.

Ab 1882 nimmt die Turnerwehr den Namen Freiwillige Feuerwehr Nördlingen an. Die drei Druckspritzen werden in Saug- und Druckspritzen umgerüstet.

1887 werden ein Landwagen mit 16 Sitzplätzen, 1892 eine 18 m hohe mechanische Schubleiter in den Dienst der Feuerwehr gestellt. Bereits 1898 besitzt die Türmerstube auf dem Daniel eine Telefonleitung zum Rathaus, um schnelle und genaue Feueralarmierung durchführen zu können.

1905 sind zum 50jährigen Gründungsjubiläum der Feuerwehr 87 auswärtige Wehren mit 1658 Teilnehmern anwesend. Die Nördlinger Wehr hat 217 Mitglieder.

1923 wird eine elektrische Weckerlinie eingerichtet.

1930 wird das erste Motorfahrzeug der Feuerwehr beschafft, eine Magirus Kraftspritze 12 mit 55 PS!

1939-1945 (Auszugsweise): In den letzten 3 Kriegsjahren rückt die freiwillige Feuerwehr bei 212 Alarmen aus, im letzten Vierteljahr alleine 69 mal. In den Jahren 1943-45 wurde die Wehr wiederholt zu mehrtägigen Katastropheneinsätzen nach Augsburg, München und Nürnberg befohlen, um dort gegen die durch feindliche Bombardierung verursachten Feuersbrünste zu kämpfen. Am 20. April, nur wenige Tage vor dem Kriegsende, wird das Bahnhofsgelände fast vollständig durch amerikanische Bomben zerstört. 28 Leichen wurden von den Feuerwehrmännern geborgen.

1952 wird eine neue Weckerlinie für 40 Feuerwehrmänner eingerichtet.

03.05.1955 brennt das historisch wertvolle Hafenhaus aus dem Jahre 1425 durch Brandstiftung nieder. Der Einsatz von 22 Rohren verhindert die Brandkatastrophe. Eine Meisterleistung der Feuerwehr, die heute noch in den Lehrbüchern zu finden ist. 43 Befreundete Feuerwehren nehmen am Festzug zum 100jährigen Jubiläum Teil.

02.02.1974 in der Georgskirche brennt die Barockorgel von 1610. Im Bericht heißt es später: “Nur das schnelle Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr und ihr mutiger und umsichtiger Einsatz können eine größere Totalkatastrophe verhindern, da die Flammen gerade in den Dachstuhl durchschlagen. Das Feuer kann jedoch eingedämmt werden, so daß der Verlust durch den Brand im wesentlichen auf die Orgel und das Fresko beschränkt bleibt.”

24.07.1976 wird das neue Feuerwehrgerätehaus im Spitalhof bezogen.

2004 wird der Möhlestadel der freiwilligen Feuerwehr Nördlingen zugedacht. Bisher als Stall des ehemaligen Schlachthofes verwendet, war das Gebäude fast 25 Jahre dem Verfall preisgegeben und wurde von der Stadt Nördlingen aufwendigst saniert und auf den neuesten gebäudetechnischen Standard gebracht. Hier befindet sich der neue Schulungsraum, ein Lager , Abstell- und Wartungsplätze für schwere Kfz, Jugend- und Sozialräume der Nördlinger Wehr.

20.02.2015 wird nach 18 Jahren eine neue Führung für die Feuerwehr und den Verein gewählt. Als 1. Kommandant wird Georg Schabert, als 2. Kommandant Andreas Tegeler, als 1. Vereinsvorstand Andreas Hagner und als 2. Vereinsvorstand Dominik Schiele gewählt.